Obwohl Markus Schneider ein vielbeschäftigter Mann ist, kann sich der 58-Jährige als Inhaber einer Basler Personalberatungsagentur einen Interviewtermin mit dem AWB freischaufeln. Zu erzählen hat der Präsident des BC Allschwil einiges.
Allschwiler Wochenblatt: Markus Schneider, Sie sind Basler und haben nie in Allschwil gewohnt oder gearbeitet. Dennoch sind sie vor rund zwei Jahren Präsident des BC Allschwil geworden. Wie kam es dazu?
Markus Schneider: Mein jüngerer Sohn hat lange beim BC Allschwil gespielt und meine Tochter tut es immer noch. Ich war oft an den Spielen meiner Kinder und kam dort mit anderen Eltern und Verantwortlichen des Vereins ins Gespräch.
Und im Verlaufe der Zeit hat man Sie zum idealen Präsidenten erkoren?
So in etwa … (lacht) Wegen anderer Verpflichtungen hatte ich bei der ersten Anfrage keine Zeit, vor rund zwei Jahren hat sich die Situation geändert; deshalb habe ich das Amt übernommen.
Was ist seit Ihrer Amtsübernahmegelaufen?
Der BC Allschwil ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Wir haben rund 200 Mitglieder, die sich auf neun Juniorenteams, drei Herrenteams und ein Damenteam verteilen. Kassier Flavio Chiaverio und ich haben eine neue Ära eingeläutet, dafür mussten wir vor allem in neue Coaches investieren. Und ich darf behaupten, dass wir fantastische Leute gefunden haben. Generell gilt es einfach, die Strukturen und Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, optimal zu nutzen.
Was bedeutet in diesem Fall «investiert»?
Mit Ivan Jankovic, einem ehemaligen serbischen Nationalspieler, haben wir einen Coach zu 30 Prozent angestellt, alle anderen Coaches arbeiten ehrenamtlich. Jankovic und einige der anderen Coaches bieten übrigens seit einiger Zeit auch die sogenannten «Holiday Camps» an, in denen Kids in der Rollsporthalle Basel auch in den Ferien täglich trainieren können (www.baselbasket.ch).
Wie haben Sie die Coaches gefunden?
Viele stammen ursprünglich aus Serbien oder Kroatien, also Ländern in denen Basketball eine viel
grössere Bedeutung hat als in der Schweiz, und kannten sich untereinander.
Hierzulande ist Basketball eine Randsportart.
Das stimmt; aber in letzter Zeit erlebt sie so etwas wie eine kleine Renaissance, man sieht wieder
mehr Basket im TV. Und bei den Jugendlichen ist die Sportart ziemlich beliebt. Bei uns soll man Basketball von der Pike auf richtig lernen und auf technisch hohem Niveau spielen. Die Spuren davon sollen in einigen Jahren auf regionaler, interregionaler und nationaler Stufe zu sehen sein. Die Teams des BCA sollen auf jeder Stufe im vorderen Viertel mitmischen. Das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden.
Die Basis dazu legen Jankovic und die anderen Coaches derzeit?
Ja, und ich kann nur noch einmalbetonen, wie intensiv und strukturiert sie arbeiten. Bei den Jugendlichen hat es sich schon rumgesprochen, wie hier trainiert wird. Junioren anderer Vereine wollen plötzlich zu uns wechseln und mehr Eltern schicken ihre Kinder hierher – der BC Allschwil ist sexy geworden.
Was bietet der BCA den Kindern?
Bei uns kann man Technik und Skills der Sportart von J +S Coaches auf altersgerechte Art von Grund auf erlernen. Zudem ist Basketballeine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, man lernt Teamwork und auch Spiele zu verlieren. Trotzdem möchte ich betonen, dass der BC Allschwil nicht nur im Nachwuchsbereich aktiv ist. Auch erwachsene Frauen und Männer ohne Vorkenntnisse können problemlos in ein Probetraining schnuppern. Unser Motto lautet: Werde auch ein Fuchs!
Der Fuchs ist das neue Maskottchen. Was hat es mit diesem Tier auf sich?
Schnelligkeit, Schlauheit und Durchhaltewille zeichnen einen Fuchs aus und sind allesamt Eigenschaften, die man in unserer Sportart braucht. Ausserdem hat das Fell des Fuchses eine ähnliche Farbe wie ein Basketball – deshalbpasst die Kombination.
Was ist seit Ihrem Amtsantritt sonst noch gelaufen?
Wir haben die Homepage erneuert, die organisatorischen Strukturen verbessert, den Vorstand vergrössert und auch verjüngt. Dazu wurden die Mitgliederbeiträge etwas angehoben, weil sie im regionalen Vergleich viel zu tief waren. Momentan sind wir daran, ein Sponsoringkonzept auszuarbeiten, bei dem uns Firmen aus Allschwil mit einem Beitrag unterstützen können. Es ist nicht einfach, Sponsoren zu finden, deshalb sind wir glücklich, dass wir mit der Firma Algon einen langjährigen treuen Hauptsponsor haben.
Gibt es noch andere Dinge, die Sie momentan beschäftigen?
Die Hallenkapazität ist immer ein Thema. Wir mussten in der Vergangenheit zähneknirschend öfter nach Basel ausweichen, wo man uns ausnimmt . . . Der Draht zur Gemeinde für Bedürfnisse und Anliegen könnte besser sein, es dauert zulange, bis man zur richtigen Person gelangt. Die Vereine – und damit meine ich nicht nur uns und die anderen Sportvereine – tragen viel zum Gemeinwesen bei, das sollte man auf der Gemeinde berücksichtigen.
Wie lange haben Sie eigentlich vor, BCA-Präsident zu bleiben?
Ich wurde gerade für ein weiteres Jahr gewählt und werde noch solange zur Verfügung stehen, bis sich die neuen Strukturen verfestigt haben. Danach wird es Zeit für jüngere Kräfte, Verantwortung zu übernehmen.